ever elusive

thirty years of transmediale

Die transmediale ist ein Festival und ganzjähriges Projekt in Berlin, das neue Verbindungen zwischen Kunst, Kultur und Technologie herausstellt. Technologie wird dabei weiter gefasst als die digitale Welt und unter Kultur mehr verstanden als das, was in institutionalisierten Bereichen der Kulturproduktion entsteht. Die Aktivitäten der transmediale zielen darauf ab, ein kritisches Verständnis der gegenwärtigen, von Medientechnologien geprägten Kultur und Politik zu festigen. Die transmediale ist ein Projekt von Kulturprojekte Berlin in Zusammenarbeit mit dem Haus der Kulturen der Welt. Die Kulturstiftung des Bundes fördert die transmediale seit 2004 als kulturelle Spitzeneinrichtung.

Vom VideoFilmFest zu einem der weltweit wichtigsten Festivals für Kunst und digitale Kultur: Unter dem Titel "ever elusive" feiert die transmediale, zum sechsten Mal unter der künstlerischen Leitung von Kristoffer Gansing, vom 2. Februar bis zum 5. März 2017 ihr 30-jähriges Bestehen. Die transmediale präsentierte zum Auftakt ein dreitägiges Festivalprogramm. Bis zum März läuft die Sonderausstellung "alien matter" im Haus der Kulturen der Welt. In der Ausstellung setzen sich 30 Berliner und internationale Künstlerinnen und Künstler mit der Frage auseinander, inwiefern unsere vermeintlich vertraute Umgebung zu fremder Materie geworden ist. Drei thematische Exkursionen "Imaginaries" (8.2.2017), "Interventions" (18.2.2017) und "Ecologies" (24.2.2017) an verschiedenen Orten ergänzen das Programm.

ever elusive – thirty years of transmediale verfolgt einen zeitgenössischen, keinen retrospektiven Ansatz: Vor dem Hintergrund jahrelanger Beschäftigung mit kritischen und künstlerischen Medienkulturen wird die heutige Rolle von Medien neu verhandelt. Wie lässt sich die Macht zu handeln und (technisch) zu vermitteln, in einer Welt verorten, in der Technologie zunehmend unabhängig vom Menschen operiert? Der Titel "ever elusive" verweist auf die Flüchtigkeit sich ständig verändernder Medienkulturen wie auf die transmediale selbst, die bewusst kontinuierlich ihre Position verändert.

2. Februar 2017
Eröffnungsabend ever elusive – thirty years of transmediale
18:30 Video-Installation RI JIRI I O WA NU RU DAINICHI T-1000 von Jenna Sutela
18:30 Ausstellungseröffnung "alien matter",
19:30 Eröffnungszeremonie mit Rasheedah Phillips & Moor Mother (Black Quantum Futurism Collective), Amnesia Scanner, Bill Kouligas & Harm van den Dorpel und einem Kurzfilm von Olia Lialina & Kevin Bewersdorf
20:00 Installation: Hybrid Pleasures. Early Films of Lillian Schwartz
21:30 Performative Lesung von Jenna Sutela
22:00 Live-Set von Experimentalmusiker James Ferraro

3. bis 5. Februar 2017
Konferenz- und Screeningprogramm, Workshops und Performances

3. Februar bis 5. März 2017
Sonderausstellung "alien matter", kuratiert von Inke Arns

4. und 5. März 2017
Abschlusswochenende zu vergangenen und zukünftigen Formen von Mediensprache
"The Language of the Future" Performance von Laurie Anderson

transmediale – ein führendes Medienkunstevent
Die transmediale präsentiert alljährlich ein umfangreiches Programm mit Ausstellungen, Konferenzen, Screenings, Performances und Publikationen, seit 2001 jeweils zu einem bestimmten Thema. Viele renommierte Künstler und Wissenschaftler haben das Festival geprägt. Die transmediale-Formate wandeln sich stetig. Die Verbindungen zwischen transdisziplinärem Denken und kultureller Praxis stehen dabei im Vordergrund. Die Ausstellungen zeigen Kunstwerke, die dazu herausfordern, unsere tägliche Beziehung zu alten und neuen Technologien zu überdenken. Im Rahmen des Konferenz- und Workshop-Programms wird die kritische Dimension des Festivalthemas in den Bereichen des Netzwerkens, des Hacktivismus, der Medientheorie und der Politik der technologischen Entwicklung untersucht. Das Film- und Videoprogramm widmet sich zeitgenössischen künstlerischen Videowerken und experimentellem Filmmaterial mit historischem Bezug. Es umfasst gegenwärtige Videoarbeiten, künstlerische Retrospektiven, thematisch verbundene Spielfilme oder Dokumentationen. Das Performance-Programm offeriert audiovisuelle Live-Ausdrücke alter und neuer Medien und interdisziplinäre Projekte aus den Bereichen Installation, Klang, Performance und Video auf der Bühne. Außerdem stellt das CTM Festival (ehemals club transmediale), das seit 1999 in Kooperation mit der transmediale stattfindet, aktuelle elektronische, digitale und experimentelle Musik vor.

Quelle der transmedialen Kultur das ganzjährige Programm
Seit 2011 bietet die transmediale/resource den Ganzjahresaktivitäten Residency, Kooperationsprojekte und Netzwerkaktivitäten einen Rahmen. Ziel sind kontinuierliche Strukturen für Feedback, Reflexion und Forschung, auf die das jährliche Festival Bezug nimmt. Die transmediale/resource ist ein Bindeglied zwischen Kulturproduktionen im Rahmen von Kunstfestivals und Netzwerken in Kunst, Technologie, Hacktivismus und Politik. Das dazugehörige Vilém Flusser Residency Program for Artistic Research unterstützt Projekte und Arbeiten im Konzeptionsstadium und soll neue Forschungsansätze anregen. Seit 2016 erscheint außerdem ein Journal mit Artikeln, Interviews und fortlaufenden Reflexionen, Reaktionen und Diskussionen. Das transmediale/archive umfasst Kunstwerke, Programmhefte, Kataloge, Vorträge und Dokumentationsmaterial aus 30 Jahren Festival. Es bildet einen wesentlichen Teil der Geschichte von Medien- und digitaler Kunst ab und leistet einen bedeutenden Beitrag zur Archivierung experimenteller Medienkultur in Berlin und international.

Share