Kriterien zur Beurteilung einer teilnehmerorientierten Ausstellungsführung 

 

1. Wissen

  • Grundwissen (Wissen der eigenen Fachrichtung und Allgemeinwissen)
  • Spezialwissen (Fähigkeit, die Objekte ausreichend und verständlich zu besprechen)
  • Hintergrundwissen (Fähigkeit, flexibel und kompetent auf Fragen zu antworten und die Ausstellung in einen größeren Kontext einzuordnen)
  • Aktuelles Wissen (Fähigkeit, die Fragestellungen der aktuellen und der Alltags-Probleme mit den Fragestellungen der Ausstellung zu verbinden)
  • Eigene Perspektive (Fähigkeit, einen "roten Faden" auszulegen)

2. Teilnehmerorientierung

  • Das Eingehen auf die Gruppe: Wahrnehmen der Interessen und Erwartungen der Teilnehmer, Anpassung des Niveaus und der Sprache
  • Wertschätzung aller Teilnehmer
  • Umgang mit schwierigen Teilnehmern
  • Kontaktaufnahme vor der Führung
  • Gruppendynamik berücksichtigen und lenken (Position und Blickkontakt zu Teilnehmern)
  • Emotionalen Raum öffnen und bewahren

3. Objektvermittlung

  • Das Objekt im Mittelpunkt (nicht als Aufhänger zur Illustrierung eines Vortrags)
  • Die Auswahl der Objekte a) nach inhaltlichen Kriterien und b) nach Standort
  • Techniken zur Vermittlung der Objekte (zeigen, erfassen, beobachten, erzählen, vergleichen, skizzieren)
  • Methodenvielfalt (mehrere Sinne ansprechen, mitgebrachtes Material einsetzen, Spurensuche)
  • Loyalität zur Konzeption der Ausstellung und zur Ausstellungs-Leitung

4. Führungslinie

  • Beginn und Ende (Schleusen zu Beginn und zum Schluß, Vorstellung, Fahrplan)
  • Bestimmung der message/des roten Fadens nach pädagogischen Maßgaben
  • Begrenzte Auswahl der Stationen (exemplarische Standorte, multifunktionale Objekte)
  • Dramaturgie (Spannungsbogen aufbauen)
  • Wechsel von Infoblöcken, Gesprächsphasen und Aktivierungsimpulsen
  • Zeitplan (Verhältnis von Redezeit, Zeit für Gespräch, Laufzeit, Störfaktoren)

5. Persönliche Präsentation

  • Neutrale Erscheinung, freundliches Wesen
  • Sprache (Verständlichkeit, kurze Sätze, Fremdwörter)
  • Rhetorik (Stimmkraft, Modulation, Anpassung an akustische Verhältnisse)
  • Körpersprache (Positur, Gesten)
  • Dresscodes

6. Dienstleistung

  • Kundenservice für Besucher und für Museum
  • Einnahmen-Kontrolle
  • Werbung für das FührungsNetz und für weitere Besuche
 
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