Zur Entstehung des Programms KÜNSTE & SCHULE

Die Idee, dass es neben temporären Projekten ein Gegengewicht mit dem Schwerpunkt der langfristigen Zusammenarbeit zwischen Kultur- und Bildungseinrichtungen geben muss, ging 2006 vom Berliner Rat für die Künste, also von den Vertretern der Kunst- und Kulturszene selbst aus. Im Rahmen der Offensive Kulturelle Bildung wurde hierfür ein Projektbüro eingerichtet, das u. a. mit der Koordination des Programms beauftragt wurde.

Ausgehend von dem Gedanken einer „familiären“ Zusammenarbeit zwischen den Institutionen sollte eine Basis für gegenseitiges Kennenlernen und Austausch erprobt werden. Gleichzeitig sollte ein konkreter Rahmen geschaffen werden, der die Häuser für junge Menschen öffnet und als Treffpunkte etabliert.

So waren zahlreiche Berliner Kunst- und Kulturinstitutionen über gemeinsame punktuelle künstlerische Projekte hinaus bereit, eine Schule mindestens drei bis fünf Jahre auf ihrem Weg zu begleiten, indem sie die Schule bei der Entwicklung ihres Schulprofils unterstützen, Schülern Einblicke in künstlerische Produktionen ermöglichen, die Kulturinstitution als Arbeitsplatz zeigen, die Schule bei besonderen Aktivitäten unterstützen, in Kooperation mit LehrerInnen Projektunterricht mitgestalten, als Praktikumsort zur Verfügung stehen und Mentorenaufgaben übernehmen: Arbeitsweisen und –inhalte durften sich von Institution zu Institution unterschiedlich ausprägen, gemeinsam aber sollte für alle die Verbindlichkeit der langfristigen Zusammenarbeit sein.

Am 1. Februar 2007 wurde das Modellprojekt unter dem Titel „Patenschaften Künste & Schule“ im Rahmen eines feierlichen Akts im Konzerthaus am Gendarmenmarkt im Beisein des Chefdirigenten und langjährigen Schirmherren Lothar Zagrosek gegründet. 17 so genannte Patenschaften zwischen Berliner Kultureinrichtungen und jeweils einer Schule wurden unterzeichnet.

Innerhalb kurzer Zeit gründeten sich weitere Kooperationspaare, in denen zahlreiche Schulen und Kultureinrichtungen aktiv wurden. Im Jahr 2007 wurden zehn exemplarische von ihnen ausgesucht, die unter dem Motto ZOOM im Rahmen der großzügigen Unterstützung durch die PwC-Stiftung über den Zeitraum von drei Jahren mit Projektmitteln ausgestattet und durch ein mobiles Evaluationsteam des Instituts für Kunst im Kontext der Universität der Künste erforscht werden konnten.

Aus der Patenschaftsinitiative entwickelte sich das Programm KÜNSTE & SCHULE Partnerschaften für Berlin, das bis heute die Notwendigkeit zur beiderseitigen Öffnung der Kultur- und Bildungseinrichtungen betont und zu gegenseitigem Vertrauen beitragen möchte.

 
© 2007