MuseumsModeratoren berichten
Monika Paha
„Ich habe den Lehrgang begonnen, als ich aus der Erziehungszeit kam und meine Aufgaben im Bereich der Museumsführungen erweitern wollte. Dies ist mir mit Hilfe des Lehrganges gelungen.
Ich hatte schon einige Erfahrungen mit Museumsführungen gesammelt. Besonders viel Spaß machte mir eine Führung, wenn ich die Besucher für die Objekte und ihre Geschichte begeistern konnte. Meist gelang mir das. Doch warum das so war, war mir selbst manchmal nicht klar. Auf der Suche nach gelungenen Dramaturgien für Führungen setzte ich vor allem meine Intuition ein.
Als ich von dem Lehrgang „Museumsmoderator“ las, sprach mich das Konzept der moderierten Führung spontan an, weil es genau das war, was mir bisher mit kleinen Gruppen am meisten Freude gemacht hatte: mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen.
Ich erhoffte mir, mit Hilfe einer methodischen Ausbildung noch mehr Möglichkeiten zu haben, auf Besucher zu reagieren und diese bewusst mit einbeziehen zu können. Weil ich selbst neugierig und offen für Ungewohntes bin, interessierte mich vor allem die interaktive Arbeitsweise.
Tatsächlich habe ich im Lehrgang eine Vielfalt von Methoden vermittelt bekommen und konnte diese in vielen Übungen anwenden und ausprobieren. Der Lehrgang hat mich bewusster im Umgang mit Besuchern gemacht. Ich kann verschiedene Methoden gezielt einsetzen und damit Museumsführungen für die Besucher lebendiger gestalten.
Aber nicht nur einzelne Strategien der Vermittlung erscheinen mir heute für meine weitere Arbeit wichtig. Sondern wichtig ist es für mich auch zu verstehen, wie Besucher reagieren und warum sie das auf diese Art und Weise tun. Mit fachlichem Hintergrundwissen kann ich nun viele Situationen besser einschätzen und analysieren.
Am meisten begeistert mich, dass ich nun kreative Prozesse in der Auseinandersetzung mit den Ausstellungsobjekten bei den Besuchern anstoßen kann, die den Teilnehmern und mir gleichermaßen Spaß machen.“
Helge Schmidt
„Bei mir hat alles mit der Suche nach Fortbildungen im Bereich Museum begonnen. Ich hatte bereits Jahre zuvor im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer für eine Naturschutzorganisation verschiedene Führungen angeboten und konnte mir deswegen auch eine Fortbildung in diesem Bereich vorstellen. Außerdem hatte ich einzelne Erfahrungen im Umgang mit Studenten und Schülern. Und ich hatte eine ungefähre Vorstellung von dem, was ich mit Museum und Museumsarbeit verband, ich dachte dabei an ein teilnehmendes Museum, in dem die Besucher sich in Ausstellungen und durch Vermittlungsangebote sich miteinander über sich und Gesellschaft austauschen. Bei dieser Suche fand ich auch das Fortbildungsangebot "Museumsmoderator" im Netz und bei der Vorstellung fand ich sowohl das Konzept interessant als auch die Möglichkeit verschiedene Museen und Museumsarbeit überhaupt kennen zu lernen.
Der Lehrgang hat mich für viele Themen des Museums sensibilisiert. Aber im Verlauf des Lehrgangs hat die Vermittlungsarbeit einen besonderen Schwerpunkt für mich bekommen. Der Lehrgang hat mir also eine gewisse Orientierung innerhalb des Berufsfeldes Museum gegeben, was ich mir auch durch die Teilnahme erhofft hatte. Daraus ist eine Mitarbeit geworden, in deren Verlauf ich inzwischen drei Ausstellungen betreut habe. Außerdem beginnt die Schnittstelle zwischen Schule und Museum für mich immer interessanter zu werden, aber auch darüber hinaus denke ich an viele Gesellschaftsbereiche, in denen Besuch von und Kooperation mit Museen sehr viel versprechend sein können. Ich bin jedenfalls froh, den Lehrgang damals belegt zu haben.“
Franziska Vogt
„Nach meinem Studium und verschiedenen beruflichen Tätigkeiten war ich Mutter und Hausfrau und ich suchte einen Neueinstieg. Der Lehrgang "MuseumsModerator" hat mir bei dem Weg von der Theorie in die Praxis geholfen. Interessante Lehrinhalte und Hintergrundinformationen über Museum, Kunst und Kultur haben mir einen Einstieg in diese Szene ermöglicht. Meine historischen und kunsthistorischen Kenntnisse und Interessen wurden hier erweitert und gefordert.
Eine moderierte Führung zu gestalten und durchzuführen hat mir sehr viel gebracht.
Der Lehrgang hat mir durch die engagierten Dozenten einen wirklichen Zugang zur modernen Kunst geebnet. Meine kunsthistorische Zeit endete praktisch bei der Moderne. Nun aber habe ich neue Ansätze und Fragen, die mich auch persönlich bereichern. Zudem hat der Lehrgang mir den beruflichen Wiedereinstieg ermöglicht. Die Vermittlung von Methode und Struktur in der Museumsdidaktik waren lehrreich.“
Sofija Popov-Schloßer
„Wie hat der Lehrgang Ihre Entwicklung beeinflusst? Wie war Ihre Ausgangslage und wohin hat der Lehrgang Sie geführt?
Der Lehrgang hat mir sehr geholfen mich persönlich und beruflich weiter zu entwickeln. Durch den Lehrgang habe ich meine Scheu vor Menschen abgebaut. Vor dem Lehrgang hatte ich keine Erfahrung in der Arbeit mit Ausstellungspublikum. Im Lehrgang lernte ich, dass ich mir das zutrauen kann, so habe ich auch nach dem Lehrgang schnell den beruflichen Einstieg gefunden. Dafür bin ich auch sehr dankbar.
Wie konnten Sie die erworbenen Qualifikationen beruflich verwerten (keine berufliche Anwendung – Anwendung in der bisherigen beruflichen Tätigkeit – Erschließung eines neuen Tätigkeitsfeldes)?
Seit dem Lehrgang arbeite ich als MuseumsModeratorin und bin stolz darauf.
Welchen persönlichen Gewinn konnten Sie aus dem Kurs ziehen? Was hat der Lehrgang Ihnen gebracht?
Die Arbeit als MuseumsModeratorin erfüllt mich und es macht auch Freude, andere Menschen für die Ausstellungen zu begeistern. Man bekommt auch etwas zurück, nämlich gestärktes Selbstbewusstsein, was einen wiederum noch mehr beflügelt.“
Marianne Merker
„Wie hat der Lehrgang Ihre Entwicklung beeinflusst? Wie war Ihre Ausgangslage und wohin hat der Lehrgang Sie geführt?
Pädagogische Arbeit und Führungstätigkeit war mir durch langjährige Tätigkeit am damaligen Museum für deutsche Geschichte (1976-1989) vertraut. Auch danach habe ich sporadisch Führungen gemacht. Als ich von diesem Lehrgang erfuhr (Berliner Zeitung) und mich dann im Internet über Inhalt und Modalitäten auf der Website von Kulturprojekte informierte, hatte ich sofort den Eindruck, dass diese Zusatzausbildung für mich maßgeschneidert war. Zu dem Zeitpunkt (2008) war ich arbeitslos und ich betrachtete das als Möglichkeit, in mein altes Tätigkeitsfeld als Historikerin wieder einzusteigen. Als ich mich für den Lehrgang bewarb, war mir noch nicht ganz bewusst, dass mir hier ein ganz neues Berufsbild vermittelt würde. Und so betrachte ich den Lehrgang heute auch nicht einfach als Zusatzausbildung.
Wie konnten Sie die erworbenen Qualifikationen beruflich verwerten (keine berufliche Anwendung – Anwendung in der bisherigen beruflichen Tätigkeit – Erschließung eines neuen Tätigkeitsfeldes)?
Ja, die beiden letzten Aspekte der Frage.
Einiges hatte ich in meiner Arbeit schon selbst erprobt. Vielleicht konnte ich davon etwas den anderen Teilnehmern vermitteln. Im Gegenstück dazu war es für mich sehr anregend, von den Erfahrungen anderer Lehrgangsteilnehmer zu hören, die aus ganz anderen Tätigkeitsbereichen kamen. Das brachte eine sehr inspirierende Atmosphäre in den Kurs und hat mir sehr gefallen. Dazu hat auch der Altersunterschied der Teilnehmer (vielleicht Zufall) beigetragen.
Welchen persönlichen Gewinn konnten Sie aus dem Kurs ziehen? Was hat der Lehrgang Ihnen gebracht?
Zum einen war es ein Neueinstieg in ein bereits erprobtes Tätigkeitsfeld, zum anderen kamen neue Aspekte hinzu, wie die Arbeit als Generalist oder die verstärkte Einbeziehung interaktiver Elemente bei einer Führung. Zudem erhielten wir einen guten Einblick in die gegenwärtige Berliner Museumslandschaft (Inhalt und Aufbau) und arbeiteten dort zum großen Teil „vor Ort“ – die beste Möglichkeit soeben Gelerntes gleich anzuwenden.
Besonders erwähnen möchte ich, daß ich durch den Lehrgang gelernt habe, meine Arbeit anders zu strukturieren. Ich bereite meine Führungen anders vor. Sehr hilfreich sind mir da die unterschiedlichen Methodenprotokolle und die Methode, mit Mind Maps zu arbeiten.“
S. E.
„Als ich den Lehrgang begonnen habe, verfügte ich bereits über Erfahrungen in der Durchführung von Rundgängen und Workshops für verschiedene Altersgruppen in zwei unterschiedlichen Museen (1,5 Jahre). Damals bei meinem Einstieg in die Kunst- und Kulturvermittlung hatte ich keine professionelle Einweisung bekommen. Es war ein „Sprung ins kalte Wasser“.
Zu dem Thema der Ausstellung, in der ich zum ersten Mal Führungen machte, hatte ich einen starken persönlichen Bezug und die Inhalte waren mir sehr vertraut. Ein wenig unsicher war ich mir jedoch, ob ich z. B. überhaupt auf die Ausstellungsinhalte bezogene persönliche Erfahrungen in meine Führung einbringen „darf“, ob es gewollt ist, von den Besuchern und vom Museum. Ich sehnte mich nach ein paar Tipps, Ratschlägen und „Richtlinien“. Diese erste Ausstellung bot indirekt viele Bezüge zur Lebenswelt, doch wie könnte ich diese vermitteln? Welche Methoden eignen sich, um einen Rundgang auch methodisch abwechslungsreich zu gestalten? Unter anderem wegen dieser Fragen und Gründe entschied ich mich, an dem Lehrgang teilzunehmen.
Meine Erwartungen an den Kurs wurden erfüllt: Das dort Gelernte und die vielen Reflexionen und Feedbacks (sowohl der KursleiterInnen als auch der TeilnehmerInnen) zu eigenen Präsentationen und Konzepten sowie zu denjenigen der anderen KursteilnehmerInnen waren für mich sehr wertvoll und hilfreich und haben mich sicherer im Bereich der Führungen werden lassen.
Da mir die Vermittlung in Museen viel Spaß macht, baute ich diese Tätigkeit aus. Dabei wendete ich – nun viel selbstverständlicher und selbstbewusster – den dialogischen Ansatz, ergänzendes Anschauungsmaterial und interaktive Elemente, die ich u. a. dem Kurs verdanke, gerne an. Ich stellte fest, dass dadurch die Distanz zu den Besuchern spürbar abgebaut wurde.
Besonders hilfreich für die Vorbereitung auf Ausstellungsrundgänge und die Ausarbeitung von Konzepten für Rundgänge ist das Methoden-Protokoll (Dramaturgiekurve/Aufmerksamkeitskurve, Bedeutung der Einführung und des Roten Fadens, Kriterien für die Auswahl der Objekte, etc.).
Außerdem ergab sich aus dem Kurs ein Netzwerk zum Austauschen.
Heute empfinde ich meine Rundgänge lebendiger und dynamischer und erlebe sie manchmal als eine Weiterentwicklung von Wissen und Ideen. Manchmal hatten die Besucher – sicherlich abhängig vom Ausstellungsthema und Besuchergruppe – interessante Gedanken und Erfahrungen beizusteuern und es entwickelten sich spannende Gespräche und Diskussionen. Besonders in solchen Fällen lernte ich selber von den Besuchern und integrierte diese neuen Gedanken und Überlegungen in nächste Rundgänge.“
Norma Bachmann
„Zu Lehrgangsbeginn war ich hauptsächlich als Museumspädagogin auf Honorarbasis (und bin es heute immer noch) tätig. Vorwiegend habe ich Schülergruppen durch Ausstellungen begleitet. Kenntnisse und Erfahrungen hatte ich mir selber angeeignet.
Der Moderatorenlehrgang hat mir neue methodische Ansätze, sowohl theoretisch als auch praktisch, in der Vermittlungstätigkeit für erwachsene Besucher eröffnet.
Meine Teilnahme am Lehrgang hat mir insgesamt viel Freude, Begeisterung und Bereicherung gebracht.
Ich fand es gut, die unterschiedlichen Museumssparten mit ihrer jeweiligen Didaktik kennen zu lernen, da ich bisher "nur" für kulturgeschichtliche Einrichtungen tätig war.
Ganz besonders hat mir die Vielfalt des Moduls Interaktives Lernen zugesagt.
Ich glaube, viele Elemente aus dem Lehrgang helfen mir bei der Erarbeitung und Umsetzung von Führungskonzepten. Bleibend für mich ist das "Hineinkriechen in das Objekt" (Objekt steht im Mittelpunkt).
Alle Dozenten und technischen Mitarbeiter im Lehrgang fand ich sehr kompetent, nicht nur fachlich. Auch die Verbindung von Theorie und Transfer war für mich ein gutes Übungsfeld.“







